julio 24, 2024

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Los peces mueren en el Oder: veneno de algas doradas

Los peces mueren en el Oder: veneno de algas doradas

Der Biologe Jan Köhler leitet am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei eine Forschungsgruppe, die sich mit Algenwachstum befasst. Mit seiner Forschung versucht er aufzuklären, wie es vor zwei Jahren dazu kommen konnte, dass Goldalgen in der Oder fast 1000 Tonnen Fische, Muscheln und Schnecken vergifteten.

Am 12. Juni wurde gemeldet, dass sich in der Oder die Goldalge Prymnesium parvum, die vor zwei Jahren ein Fischsterben auslöste, wieder stark vermehrt hat. In einem Oderabschnitt in Polen wurden nun auch mehr tote Fische beobachtet, bei Stettin tote Muscheln. Müssen wir mit einer Umweltkatastrophe wie im Sommer 2022 rechnen?

Die Algen bilden gerade kein Toxin. Die Umweltbehörde in Brandenburg hat Untersuchungen mit Daphnien und Wasser aus der Oder gemacht, und die Krebstiere blieben putzmunter.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum die Algen kein Toxin absondern?

Nein. Wir verstehen es einfach noch nicht. Wir wissen auch nicht, warum die Alge vor zwei Jahren ein Toxin gebildet hat. Woran die Fische jetzt gestorben sind, können unsere Fischspezialisten aus der Ferne nicht sagen. Denn die Welle mit der größten Menge an Prymnesium-Algen ist durch Breslau schon durch.

Haben Sie eine Vermutung, warum die Goldalgen in der Oder vor zwei Jahren ein Gift produziert haben?

Möglicherweise hat ihr der Nährstoff Phosphor gefehlt. Die Alge bildet ja kein Toxin, weil sie uns ärgern oder Fische töten möchte, sondern um andere Algen aufzulösen und so Futter zu gewinnen. Vor zwei Jahren haben wir Proben der Alge genommen, im Labor vermehrt und untersucht, unter welchen Bedingungen Prymnesium parvum wächst und Toxine bildet. Wir haben aber noch keine belastbaren Ergebnisse. Das Projekt läuft noch zwei Jahre, im Herbst rechnen wir mit mehr Erkenntnissen.

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Wie hängt der Salzgehalt mit dem Algenwachstum zusammen?

Im Labor fühlen sich die Goldalgen am wohlsten bei vier bis acht Promille Salzgehalt, die Oder hat aber einen viel geringeren Salzgehalt, in Brandenburg ist es nur ein Promille, in Oberschlesien, auf der polnischen Seite sind es zwei bis drei. Wir untersuchen jetzt, ob eine plötzliche Änderung des Salzgehaltes die Alge stresst und sich das auf die Toxinproduktion auswirkt.

Vor zwei Jahren war es im Sommer sehr heiß, im Moment ist es das noch nicht. Warum wachsen die Algen trotzdem?

Die Temperatur ist nur ein Faktor. Die höchste Algenmenge haben wir in vielen Gewässern im Frühjahr, wenn das Wasser noch Nährstoffe enthält und nicht so viele Wasserflöhe oder andere Organismen vorhanden sind, die die Algen fressen. Dieses Jahr hat in der Oder die Massenentwicklung der Algen im Mai begonnen. Wir haben die gleiche Algenkonzentration wie vor zwei Jahren. Wie damals gehören bis zu 50 Prozent der Algenzellen zu der Art Prymnesium parvum, aber vielleicht ist es ein anderer Stamm, einer, der keine Toxine bildet. Von Prymnesium parvum sind über 80 Stämme bekannt. Wir wissen noch nicht, unter welchen Bedingungen sie Toxine bilden oder welche Stämme Toxine bilden.